09.05.2018 / Feuilleton / Seite 11

Wilhelm ja – Marx nein

Die Kunst der Differenzierung: Was der Deutsche PEN wichtig findet und was nicht

Otto Köhler

Ich bin schuld, aber mit solchen Folgen möchte ich bitte nichts zu tun haben. Für die Mitgliederversammlung des Deutschen PEN-Zentrums Ende April in Göttingen stellte ich den Antrag, das wiedererrichtete wilhelminische Schloss in der Mitte Berlins dürfe im kommenden Jahr als »Humboldt-Forum« nur dann wieder eröffnet werden, wenn »die Provenienz eines jeden Ausstellungsstückes einwandfrei geklärt ist. Raub- und Beutestücke aus der Kolonialzeit sind zurückzugeben« (jW 27.4.2018). Mein Antrag wurde nahezu einstimmig abgelehnt. Hauptargument: In der Kürze der Zeit – eineinhalb Jahre bis zur Eröffnung Ende 2019 – lasse sich eine solche Prüfung nicht schaffen. Man müsse dem Hauptverantwortlichen Hermann Parzinger von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (»Es ist nicht alles nur geklaut«) vertrauen, dass er es schon richten werde.

Am nächsten Tag brachte der ehemalige PEN-Generalsekretär Herbert Wiesner den Antrag ein, dass »Provenienzforschung und Restitutions...

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