05.05.2018 / Geschichte / Seite 15

Weiß gegen Rot

Nachdem die finnischen Sozialdemokraten im Januar 1918 die Macht erobert hatten, überzogen ihre Gegner das Land mit einem Bürgerkrieg

Gerd Bedszent

Der Finnische Bürgerkrieg, der am 5. Mai 1918 endete, galt in der offiziellen Geschichtsschreibung lange Zeit als Befreiungskrieg gegen Russland. Tatsächlich hatte Finnland in dieser Zeit schon seine Unabhängigkeit erlangt. Bei den am 27. Januar einsetzenden Kampfhandlungen ging es darum, wer im neugegründeten Staat das Sagen haben würde: die Bourgeoisie oder die Arbeiterklasse.

Finnland kam im Verlaufe der napoleonischen Kriege zu Beginn des 19. Jahrhunderts als eigenständiges Großfürstentum unter die Herrschaft der russischen Zaren. Die neuen Untertanen durften ihre Religion behalten, auch ihre Ständevertretung. Sogar die offizielle Amtssprache blieb Schwedisch. Erst mit zunehmender Entwicklung hin zum Kapitalismus versuchten zaristische Beamte die Verwaltungsstrukturen des Riesenreiches zu vereinheitlichen und somit die Autonomie des Großfürstentums einzuschränken.

Gemeinsamer Aufstand

Im Revolutionsjahr 1905 kämpften finnische und russische Arbeiter g...

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