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04.05.2018 / Thema / Seite 12

Krise und Revolution

Der Wirtschaftskrach gehört notwendig zur kapitalistischen Produktionsweise. Über Karl Marx’ Krisentheorie

Guenther Sandleben

Bis heute nimmt die Marxsche Krisentheorie eine einzigartige Stellung ein. Wie in keiner anderen Theorie werden die tieferen Wurzeln der Wirtschaftskrise thematisiert, die bis hinunter zur gewöhnlichen Warenproduktion reichen. Es liege an der modernen Art und Weise des Produzierens, dass es notwendig zu Krisen kommen muss. Mit dieser These rückte Marx den kapitalistischen Akkumulationsprozess mit seinen Produktions- und Verteilungsverhältnissen ins Zentrum der Analyse. Wirtschaftskrisen sieht er als Knotenpunkte. In ihnen konzentrieren sich die Widersprüche und spitzen sich zu, vorübergehend gleichen sie sich aber auch gewaltsam aus. Geld-, Kredit-, Banken- und Finanzmarktkrisen werden als besondere Phasen der Wirtschaftskrise aufgefasst. Wenn aber die Ursachen der Krise im kapitalistischen Kernprozess selbst stecken, kann es keine davon getrennte, äußere Krisenerklärung geben.

Anders als die Marxsche Theorie gehen die übrigen Konjunktur- und Krisenleh...

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