04.05.2018 / Feuilleton / Seite 11

Jeder in seiner Lage

Florian Opitz’ kapitalismuskritischer Dokfilm »System Error«

Kai Köhler

Zwar hat sich nach der Finanzkrise von 2007/08 in den meisten Ländern der Neoliberalismus noch radikalisiert. Doch ist, mindestens in den Industrieländern Europas und Nordamerikas, seine ideologische Vorherrschaft beschädigt. Es gibt auch im offiziellen Kulturbetrieb wieder die Möglichkeit, den Kapitalismus als solchen zu bezeichnen und über dessen Grenzen zu reflektieren.

Die Entstehungsgeschichte von Florian Opitz’ Dokumentarfilm »System Error« steht für diesen Erkenntnisgewinn. Am Beginn stand die Idee, den Wachstumszwang im Kapitalismus zu hinterfragen und Alternativen aufzuzeigen: Opitz nennt Regionalwährungen, solidarische Landwirtschaft oder Urban Gardening als Ansätze dafür. Angesichts der paar Gemüsebeete, die er fand, erkannte er sein Konzept als untauglich. Die Alternativen waren gut dafür, in Nischen ein gutes Gewissen zu pflegen, doch taugten nicht dazu, den Kapitalismus auch nur zu bremsen.

Opitz verzichtete darauf, die Anhänger der Grünen i...

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