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04.05.2018 / Inland / Seite 4

»In diesem Sinne auch Schuld«

NSU-Prozess: Verteidiger von Aussteiger Carsten S. fordern Freispruch, betonen aber moralische Mitverantwortung

Claudia Wangerin

Carsten S. hat nach Einschätzung von Opferangehörigen als einziger der fünf Angeklagten im Münchner NSU-Prozess ehrliche Reue gezeigt, sich glaubwürdig von der rechten Szene distanziert und zur Aufklärung beigetragen. Manche würden den heute 38jährigen, der als Heranwachsender die Tatwaffe für die neun Morde an ihren Vätern, Brüdern oder Ehemännern lieferte und später vor Gericht weinte, lieber im Gespräch mit Schulklassen sehen als im Gefängnis. Damit er seine Schuld »abtragen« kann, indem er junge Menschen vor der braunen Ideologie warnt. Diesen Vorschlag hatte die Tochter des 2005 in Nürnberg ermordeten Ismail Yasar im November 2017 von ihrem Anwalt verlesen lassen. Seit fast fünf Jahren Hauptverhandlung befindet sich S. im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms auf freiem Fuß. Eine bis zu zweijährige Haftstrafe könnte zur Bewährung ausgesetzt werden. Die Bundesanwaltschaft hat aber für S., der zur Tatzeit noch nicht 21 war, eine dreijährige Jugendstrafe ...

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