02.05.2018 / Ausland / Seite 2

»Die Rolle der EU in Montenegro ist heuchlerisch«

In Podgorica herrscht mit westlicher Hilfe eine mafiöse Clique. Deren Chef ist nun erneut zum Präsidenten gewählt worden. Ein Gespräch mit Filip Kovacevic

Roland Zschächner

Der ehemalige Staats- und Regierungschef Milo Djukanovic hat Mitte April erneut die Wahlen zum Präsidenten in Montenegro gewonnen. Was erwarten Sie von seiner kommenden Amtszeit?

Djukanovic ist ein Mafiaboss und war in den 90er Jahren ein Kriegsverbrecher. Sein Sieg ist ein trauriger Tag für Demokratie, Menschenrechte und bürgerliche Freiheiten in Europa. Denn er verkörpert den zeitgenössischen westlichen Kapitalismus: Er hat alle Spuren von sozialer Gerechtigkeit und ökonomischer Fairness zerstört. Die nächsten fünf Jahre werden für Montenegro äußerst schwer, immer mehr junge Leute werden deswegen das Land auf der Suche nach einem besseren Leben verlassen. Ich gehe zudem davon aus, dass Djukanovic, um an der Macht zu bleiben, ethnische und religiöse Ressentiments schüren und die Opposition dafür verantwortlich machen wird. Außerdem wird die Repression zunehmen: Politiker werden im Gefängnis landen und diejenigen, die rebellieren, brutal vom Geheimdienst ...

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