27.04.2018 / Inland / Seite 8

»Im Betrieb politisch zu diskutieren ist nicht verboten«

VW-Arbeiter erhielt drei Abmahnungen. Arbeitsgericht bescheinigte ihm hingegen »pointierte Kritik« am Konzern. Gespräch mit Andreas Gärtner

Simon Zeise

Sie haben im VW-Werk Kassel-Baunatal, in dem Sie arbeiten, Flyer verteilt. Auf welche Forderungen wollten Sie unter der Belegschaft aufmerksam machen?

Auf dem Flugblatt, das ich im Juli 2017 im Bundestagswahlkampf verteilt habe, stand: »Gegen VW-Abgasbetrug. Umweltverbrecher müssen bestraft werden. Wir brauchen beides: Arbeitsplätze und Umweltschutz.« Es handelte sich dabei um eine Vorstellung einer Bewerberin, die auf der Internationalistischen Liste für den Bundestag kandidierte. Wir wollten darauf hinweisen, dass es möglich ist, Autos zu produzieren, die nicht die Umwelt kaputtmachen. Und dass die Verantwortlichen für den kriminellen Abgasbetrug bestraft gehören. In Deutschland sterben jährlich 35.000 Menschen vorzeitig, weil sie zu viel Feinstaub einatmen. In Kassel werden die Feinstaub-Grenzwerte regelmäßig überschritten.

Was arbeiten Sie bei VW eigentlich genau?

Ich bin Anlagenführer und Werkzeugbeauftragter im Getriebebau.

Ihre Chefs fanden die Akt...

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