17.04.2018 / Ausland / Seite 2

»Nationalismus ist in der Türkei sehr tief verankert«

Studenten protestierten in Istanbul gegen den Krieg Erdogans in Syrien. Nun werden sie als »Terroristen« verfolgt. Ein Gespräch mit Ekin Kaan

Peter Schaber

Am 19. März feierten türkische Nationalisten die Besetzung des nordsyrischen, mehrheitlich kurdischen Kantons Afrin an der Istanbuler Bogazici-­Universität. Einige Studenten störten sich daran. Was passierte dann?

An diesem Tag war ich an der Universität, um mit meinem Betreuer einige akademische Projekte zu besprechen, an denen ich arbeitete. Für den Tag darauf war eine Reise in den Iran geplant. Dann sah ich einige Leute, die türkische Süßigkeiten verteilten, um die Invasion in Afrin zu feiern. Ich dachte, man sollte es nicht zulassen, dass ein solches Massaker hier auch noch verherrlicht wird. Ich traf einige Freunde, sprach mit ihnen, und wir beschlossen, eine Gegendemonstration zu machen. Alles war sehr spontan.

Wir malten ein Transparent und stellten uns in der Nähe der Kriegsbefürworter auf. Sie waren 5, 6 Leute, wir zwischen 15 und 20. Wir riefen Slogans und informierten Studenten über die Gründe unseres Protests. Es gab ein paar kleinere Auseinan...

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