16.04.2018 / Feuilleton / Seite 11

Die letzte Stunde

Ehrlich und klar: Der Dichter Florian Günther ist eine Ausnahmeerscheinung

Gerd Adloff

Florian Günther lernte ich um 1980 kennen, ein Druckerlehrling, der Gedichte schrieb und seinen Weg suchte. Den ging er dann stur und kompromisslos bis heute. Er ließ die gut bezahlte Stelle als Drucker sausen, arbeitete in verschiedenen Jobs. Ich erlebte ihn als Sänger der Punkgruppe Klick & Aus. Er fing dann in der Berliner Stadtbibliothek als Assistent des Grafikers Hubert Riedel an, von dem er nach eigener Aussage viel lernte. Er machte Fotos, bemerkenswert, aber kaum bemerkt, trotz einer größeren Personalausstellung im Pavillon am Bahnhof Friedrichstraße. Das Schreiben stellte er zu DDR-Zeiten irgendwann ein, denn gegen das Totschlagargument, »die Texte entsprechen nicht unseren Realitäten«, kam er nicht an.

Die Realitäten veränderten sich, er schrieb wieder, und 1993 erschien dann Florian Günthers erster Gedichtband »Taschenbillard« in der Edition Lükk Nösens. Die hatte er selbst gegründet, um gar nicht erst bei Verlagen Klinken putzen zu müssen...

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