12.04.2018 / Thema / Seite 12

Gorbatschows Geschenk

Vor 30 Jahren wurde in Genf der Abzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan vereinbart. Der Krieg am Hindukusch wurde nicht zuletzt aufgrund westlicher Einmischung und finanzieller Unterstützung weiter geführt. Bis heute

Matin Baraki

Afghanistan gehörte Anfang der 1970er Jahre zu den ärmsten Ländern der Erde, einer UN-Statistik aus jener Zeit zufolge war der Staat am Hindukusch schon damals das am geringsten entwickelte Land Asiens. Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen betrug 1977 rund 150 US-Dollar. Auf einer Fläche von 652.660 Quadratkilometern lebten rund 17 Millionen Menschen unter feudalen Verhältnissen. 50 Prozent des landwirtschaftlich nutzbaren Bodens befanden sich im Besitz von lediglich rund fünf Prozent der Bevölkerung, im Norden war die Eigentumskonzentration noch ausgeprägter, hier geboten zwei Prozent der Einwohner über 70 Prozent des Landes. In Teilen Afghanistans herrschte Leibeigenschaft, die Großgrundbesitzer betrieben sogar eigene Gefängnisse. Etwa 97 Prozent der Menschen konnten weder lesen noch schreiben. Bei Frauen lag die Quote noch höher. Im öffentlichen Leben kamen sie – wie in allen traditionellen islamischen Gesellschaften – de facto nicht vor. Erst nach dem Auf...

Artikel-Länge: 18796 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe