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10.04.2018 / Ausland / Seite 6

Wie beendet man einen Krieg?

Vor 20 Jahren wurde in Nordirland das »Karfreitagsabkommen« unterzeichnet

Uschi Grandel

Ohne die Diskussion um den »Brexit«, die den internationalen Blick wieder auf Nordirland und die innerirische Grenze gerichtet hat, wäre der 20. Jahrestag der Unterzeichnung des nordirischen Friedensabkommens am 10. April 1998, der ein Karfreitag war, ähnlich unspektakulär verlaufen wie die runden und unrunden Jahrestage zuvor. Dabei ist der Friedensprozess in Nordirland ein Lehrstück von großer Aktualität.

Schon bevor Großbritannien 1921 Nordirland vom Rest der irischen Insel abspaltete, waren die irischen Viertel in Belfast und Derry der »Feind im Innern«. Durch die Spaltung Irlands sahen sie sich einem neuen probritischen und protestantischen Staat gegenüber, der sie brutal unterdrückte, ihnen Wohnung, Ausbildung, Arbeit und politische Teilhabe vorenthielt und die Unterordnung der protestantischen Arbeiterviertel unter die Oranierorden, sektenähnliche antikatholische Organisationen, durchsetzte.

Die Linkspartei Sinn Féin (SF), die seit Anfang des 20. J...

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