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31.03.2018 / Thema / Seite 12

»Wir wollen kämpfen mit Hass aus Liebe«

Vom Musentempel zum Radikalismus. Vor 100 Jahren erschien eine Theaterzeitschrift erstmals unter dem Namen Die Weltbühne. Das Blatt war eine der wichtigsten Stimmen gegen den Militarismus

Wolfgang Beutin

Im Deutschland der Kaiserzeit rief in der Debatte über die Aufgaben der Literatur Heinrich Mann den Autoren zu, sie mögen »Agitatoren werden, sich dem Volk verbünden gegen die Macht, dass sie die ganze Kraft des Wortes seinem Kampf schenken, der auch der Kampf des Geistes ist« (Essay »Geist und Tat«, 1910). Ein kräftiger Impuls, der half, künftig die Politisierung der Literatur im Expressionismus, Aktivismus und im proletarisch-revolutionären Realismus voranzutreiben.

Ihn verspürten feinfühlige Zeitgenossen wie Harry Graf Kessler, der liberale Politiker und Autor. Er reflektierte am 26. Januar 1919 in seinem Tagebuch anlässlich einer Aufführung von Walter Hasenclevers Drama »Der Sohn« (1914): »Und eines empfindet man auch bei diesem sehr brüchigen Werke: den Übergang der deutschen Intellektualität von einem fast reinen Kultur-Revolutionarismus, wie ihn Nietzsche und später in den neunziger Jahren unser Kreis in Kunst und Literatur vertrat, zum praktischen...

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