03.04.2018 / Feuilleton / Seite 10

Leere in der Leere

George Ovashvilis Film »Vor dem Frühling« über die Flucht und Tod des ehemaligen georgischen Präsidenten Swiad Gamsachurdia

Maximilian Schäffer

Durch den Schnee stapft ein älterer Herr, weißhaarig mit Bart und langem Mantel. Hinterdrein folgen finstere Genossen und fordern Einlass an jeder Tür. Die Kinder fürchten sich, doch der Mann ist sanft und bringt Geschenke. Von Haus zu Haus zieht die Gesellschaft, um vielleicht irgendwo Herberge zu erhalten.

Der georgische Regisseur George Ovashvili nimmt sich in seinem neusten Werk nicht etwa einer Spielart des Nikolaus-Brauchs an, sondern verfilmt einen wahrhaftigen Eckpfeiler der Geschichte seines Landes. Es geht um die Flucht des ersten post­sowjetischen Präsidenten Swiad Gamsachurdia, der am Ende des Jahres 1993 durch ungeklärte Umstände ums Leben kam. »Vor dem Frühling«, der diese Woche in deutschen Kinos startet, behandelt die letzten Tage der Flucht des ehemaligen Staatsmannes. Bereits ein Jahr zuvor hatte die Nationalgarde zusammen mit anderen abtrünnigen Gruppen geputscht und Gamsachurdia aus dem Land verjagt. Im September 1993 kehrte der Unbeug...

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