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28.03.2018 / Feuilleton / Seite 11

Nach »Sowjet-Zion«

Die Wiener Ausstellung »Genosse, Jude« beleuchtet das Verhältnis linker österreichischer Juden zur Oktoberrevolution

Oliver Rast

»Viele bedeutende Vertreter der Arbeiterbewegung waren keine Juden. Ebenso waren die meisten Juden keine Revolutionäre, Sozialisten oder Kommunisten«, stellt Gabriele Kohlbauer-Fritz fest. Dennoch prägten viele Juden den internationalen Sozialismus. Zusammen mit Sabine Bergler hat sie im Jüdischen Museum in Wien die Ausstellung »Genosse, Jude. Wir wollten nur das Paradies auf Erden« kuratiert, um das Verhältnis österreichischer Juden zur Sowjetunion anlässlich von 100 Jahren Oktoberrevolution zu beleuchten.

Der thematische Spannungsbogen öffnet sich schon am Eingang zur Ausstellung: Skulpturen von Karl Marx, Ferdinand Lassalle, Rosa Luxemburg, aber auch von Moses Hess, dem frühsozialistischen Vorläufer der zionistischen Idee. Während er einen eigenen jüdischen Staat propagierte, sah Marx in der jüdischen Kultur ein zu überwindendes Relikt der alten Gesellschaft.

Kohlbauer-Fritz sagt, Wien sei immer eine Drehscheibe für jüdische Exilanten gewesen. Einer de...

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