29.03.2018 / Feuilleton / Seite 11

Ein Heidenspaß

Die große Brecht-Interpretin Gina Pietsch hat ihre Autobiographie geschrieben

Sabine Kebir

Die stimmgewaltige Gina Pietsch ist eine der größten deutschen Interpretinnen von Brecht-Liedern. Den Lesern der jungen Welt mag das bewusst sein, nicht aber den meisten Bundesbürgern. Das hängt mit der Ungnade ihres Geburtsjahrgangs 1946 zusammen, die sich zunächst gar nicht als solche darstellte. Wie sie in ihrer Autobiographie »Mein Dörfchen Welt« schildert, wurde sie nämlich in eine kulturell hochaktive Familie hineingeboren. Der Vater leitete ein Kulturhaus in Rudolstadt, in dem Klein Gina schon mit fünf Jahren als Weihnachtszwerg auf der Bühne stand und bald auch Klavierunterricht bekam. Ginas Erziehung war sozialistisch. Sie schildert plastisch und anrührend, wie der Vater seine NSDAP-Mitgliedschaft und Kriegsteilnahme mit ehrlichen Anstrengungen für das Gedeihen des Arbeiter- und Bauernstaats zu sühnen versuchte. Ihre Bewerbung an einer Schauspielschule scheiterte – an zuviel Ehrlichkeit. Obwohl die Jury ihr Talent durchaus anzuerkennen schien, wu...

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