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24.03.2018 / Feuilleton / Seite 11

»Auschwitz ist mein Mantel«

Die Bilder der KZ-Überlebenden Ceija Stojka kommen auf den internationalen Kunstmarkt

Matthias Reichelt

Ein riesiges Auge mit grüner Iris und schwarz-brauner Pupille blickt die Betrachter an. Auf der weißen Bindehaut finden sich ein Schornstein mit Hakenkreuz, Stacheldraht, Totenschädel und Raben als metaphorische Todeskünder. Das Gemälde trägt keinen Titel und wurde 1995 mit Acryl auf Karton von der österreichischen Romni Ceija Stojka (1933–2013) gemalt, die den NS-Genozid an den Roma und Sinti überlebt hatte.

Auf ihrem linken Arm stand: »Z 6399«. Als sie zehn Jahre alt war, waren ihr diese Ziffern nach der Registrierung am 31.3.1943 in Auschwitz-Birkenau eintätowiert worden. Nach dem Krieg zeigte sie ihre Nummer nie demonstrativ, verbarg sie aber auch nicht. Sie war für Ceija Stojka zu einem integralen Teil ihres Körpers und ihrer Geschichte geworden.

Ceija war mit ihren fünf Geschwistern und der Mutter Sidi von den Nazis aus Wien nach Birkenau ins »Zigeunerlager« deportiert worden. Dort überlebte der jüngste Bruder Ossi die medizinischen Experimente von ...

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