23.03.2018 / Feminismus / Seite 15

Myanmar: Gewaltopfer beschuldigt

Drastischer Anstieg bei Sexualverbrechen. Regierung mahnt Frauen, sich »zurückhaltend« zu kleiden

Thomas Berger

In Myanmar ist die Zahl der registrierten Vergewaltigungsfälle um 28 Prozent angestiegen. Das geht aus einer Statistik hervor, die das Innenministerium des südostasiatischen Landes Mitte Februar vorgelegt hat. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1.405 Sexualverbrechen registriert. In fast 900 Fällen waren die Opfer unter 16 Jahre alt. Gerade im stark durch patriarchalische Strukturen geprägten ländlichen Raum dürften nach wie vor viele dieser Verbrechen nicht zur Anzeige kommen, die Dunkelziffer dürfte also hoch sein.

Zugleich zeigt die heftig geführte öffentliche Debatte zum Thema, dass es im Land eine neue engagierte Frauenrechtsbewegung gibt – und dass sich vor allem in urbanen und bildungsbürgerlichen Milieus neues Selbstbewusstsein und Aufbegehren gegen die traditionelle Duldsamkeit herausbildet. Derweil beließ es das Ministerium nicht bei der sachlichen Bekanntgabe der Daten, sondern schickte die Mahnung an junge Frauen hinterher, sie sollten sich ...

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