13.03.2018 / Feuilleton / Seite 11

Flucht nach innen

Die Nazimänner und der Jazz: Friedrich Christian Delius entdeckt 1966 in New York die Freiheit

Jürgen Pelzer

Die Schlacht um die Bewertung von »1968«, wie man kürzelhaft den Höhepunkt der Studentenbewegung im Westen bezeichnet, ist wieder im vollen Gange. Die Kritiker haben sich längst in Stellung gebracht: Dazu gehören neben den Mainstreamjournalisten, die dem rechtslastigen Zeitgeist folgen, auch eine ganze Reihe von Veteranen ehemals maoistischer oder trotzkistischer Provenienz, die schon vor Jahren im liberalen Lager gelandet sind und ihre Jugendsünden mit dem üblichen Übereifer von Konvertiten geißeln. Besonders rabiat treten in jüngster Zeit die neuen Rechten und Faschisten auf, für die »68« zum Symbol einer degenerierten Republik wurde. Die Voraussetzungen für eine produktive Historisierung sind also denkbar schlecht. Auch die Vorgeschichte, die späten Fünfziger und frühen Sechziger, müsste in den Blick genommen werden. Das hat der 1943 geborene Friedrich Christian Delius in einer autobiographischen Erzählung unternommen, die sich auf den Tag des 1. Mai 1...

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