13.03.2018 / Feuilleton / Seite 10

Nicht weinen, Kully!

Der Irmgard-Keun-Roman »Kind aller Länder« auf einer Berliner Theaterbühne

Anja Röhl

Eine Frau kaut auf ihrem Stift, will etwas schreiben, doch es gelingt nicht. Auf der Bühne ein Tisch mit Schreibmaschine, ein roter Teppich und drei Stellwände. »In Hotels bin ich nicht gern gesehen, ich hasse Hotels«, sagt die Frau, und hadert: »Wenn einem nichts mehr einfällt, ist man schon verfault und tot!«

»Nicht weinen, Kully, nicht weinen!« sagt sie plötzlich mit der Stimme ihrer Eltern: »Wir sind ausgewandert.«

Regisseurin Anja Panse (»Rosa – Trotz alledem«) hat in Berlin einen Roman von Irmgard Keun auf die Bühne gebracht, »Kind aller Länder« (1938). Das Leben im Exil wird darin aus Sicht der zehnjährigen Tochter von Joseph Roth geschildert, mit dem Keun in Ostende eine leidenschaftliche Affäre begann.

In der am Donnerstag im Theater unterm Dach uraufgeführten Inszenierung nimmt Schauspielerin Friederike Pöschel ein Buch aus einem alten Koffer, liest Tagebucheinträge vor, wird zum Kind. Ihre Frisur unterstützt die Verwandlung. Auf der einen Seite...

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