10.03.2018 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Es geht um ein Modell jenseits der Ausbeutung«

Gespräch mit Achille Mbembe. Der Umgang mit den »Überflüssigen« der heutigen Welt ist eine historische Frage. Der Kapitalismus kann sie nicht beantworten

Arnold Schölzel, Peter Merg

Arnold Schölzel (A. S.): Lassen Sie mich zunächst einige biographische Fragen stellen. Sie schreiben, dass Sie als Kind und junger Mann in Kamerun sehr davon beeinflusst wurden, in der Familie des Anführers der Opposition, Ruben Um Nyobé, aufzuwachsen, der 1958 gefoltert und ermordet wurde. Was bedeutete die Situation nach der sogenannten Unabhängigkeit Kameruns für Sie?

Vielleicht ist es nützlich, das in seinen historischen Kontext einzuordnen. Zunächst war Kamerun ein deutsches Protektorat. Nach der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg wurde das Territorium Frankreich und dem Vereinigten Königreich zugeschlagen. Und diese beiden Mächte verwalteten das Territorium im Auftrag des Völkerbundes und dann, nach dem Zweiten Weltkrieg, der Vereinten Nationen. Die Besonderheit Kameruns ist, dass es das einzige ehemalige koloniale Gebiet im subsaharischen Afrika ist, in dem es einen bewaffneten Widerstand gegen die französische Kolonialherrschaft gab. Es war ...

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