09.03.2018 / Inland / Seite 4

Erst knüppeln, dann twittern

Deutsche Polizeibehörden nutzen soziale Medien zur Stimmungsmache

Kristian Stemmler

»Wir stellen ca. 1.000 vermummte Personen im Aufzug fest«, twitterte Hamburgs Polizei am Abend des 6. Juli 2017 und schob kurz darauf nach, Beamte seien »mit Latten und Flaschen angegriffen worden«. Mit solchen Tweets auf dem Kurznachrichtendienst versuchte die Polizei die Zerschlagung der »Welcome to Hell«-Demonstration gegen den G-20-Gipfel zu rechtfertigen. Dass die Meldungen falsch waren, wussten alle, die dabei waren. Von 1.000 Vermummten konnte keine Rede sein, und die Polizei hatte die Eskalation mit einem Angriff auf die Demospitze selbst ausgelöst.

Die manipulierenden Tweets der Polizei bei G-20 sind nur ein Beispiel, wenn auch ein krasses, für ein Problem, das durch ein neues Kommunikationsverhalten der Ordnungshüter entstanden ist. Seit 2015 sei Twitter zu einem »unverzichtbaren Werkzeug der deutschen Polizeien« geworden, heißt es in einem Beitrag auf netzpolitik.org vom Montag. In den »sozialen Medien« erfände sich die Polizei »gerade ein Stüc...

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