08.03.2018 / Thema / Seite 12

Rassistischer Pseudofeminismus

Nicht erst seit der Silvesternacht 2015/16 in Köln entdecken faschistoide Gruppierungen die Frauenrechte für sich. Dahinter steht jedoch zuallererst der Hass auf Geflüchtete

Sandra Schönlebe

»Wo, wo, wo wart ihr Silvester?« schallte es im Oktober 2017 durch die Hallen der Frankfurter Buchmesse. Etwa ein Dutzend junger Männer bezog sich lautstark auf die drastischen Vorfälle während der »Kölner Silvesternacht« 2015/16, nach der es zu mehr als 450 Anzeigen wegen sexueller Gewalt kam und die ausschlaggebend für die Verschärfung des deutschen Sexualstrafrechts waren. Bereits wenige Tage später tobte ein rassistischer Mob im Internet, und circa 1.500 Personen folgten einem Aufruf des örtlichen »Pegida«-Ablegers, um gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesrepublik zu demonstrieren. Die Veranstaltung wurde von der Polizei unter Zuhilfenahme von Wasserwerfern aufgelöst, weil die Stimmung ausgesprochen aggressiv war. Mehrere hundert Geflüchtete und Kölner demonstrierten wenig später ohne Zwischenfälle gegen sexuelle Gewalt.

Ort des Geschehens in Frankfurt war der Stand des Antaios-Verlages, betrieben von den Koryphäen der »Neuen Rechten«, Ellen Kositza...

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