08.03.2018 / Feuilleton / Seite 11

Es ginge von alleine

Hans Neuenfels’ Inszenierung von Richard Strauss’ »Salome« an der Berliner Staatsoper

Kai Köhler

Mit dem Köpfen hat Opernregisseur Hans Neuenfels Erfahrung. 2006 setzte die Deutsche Oper Berlin eine Wiederaufnahme seiner Inszenierung von Mozarts »Idomeneo« aus Sicherheitsgründen ab. Auf der Bühne waren die abgeschlagenen Köpfe von Poseidon, Jesus, Buddha und Mohammed zu sehen; wegen letzterem wurde ein Anschlag befürchtet. Neuenfels’ Einfall war Religionskritik der eher brachialen Art – seine Regiearbeiten erregen in ihrer Zuspitzung oft die wohlige Empörung des Publikums.

Idomeneo findet ein humanes Ende, das scheinbar unvermeidbare Menschenopfer wird vermieden. Richard Strauss’ »Salome«, nach dem Drama von Oscar Wilde komponiert und 1905 vollendet, kennt kein solches Ausweichen. Immer wieder besteht die Titelheldin darauf: »Ich will den Kopf des Jochanaan«. Ihr Stiefvater, König Herodes, hält den Propheten gefangen, scheut aber davor zurück, den heiligen Mann zu töten. Salome, der Geilheit aller Männer um sie herum überdrüssig, ist von dem Prediger...

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