05.03.2018 / Politisches Buch / Seite 15

Biographie der Nebensätze

Ulrich Chaussy gelingt es, die wesentlichen Ereignisse im Leben Rudi Dutschkes zielgerichtet auszublenden

Carsten Prien

Ulrich Chaussy stutzt die geschichtliche Person Rudi Dutschke auf »das Menschliche, allzu Menschliche« zurecht. Es ist der Grundton der Biographie.

Am späten Abend des 3. Dezember 1967 sendete die ARD in der Reihe »Zu Protokoll« ein einige Wochen zuvor geführtes Fernsehinterview des renommierten Journalisten Günter Gaus mit dem, schon damals zu einer »Person der Zeitgeschichte« gewordenen Dutschke. Chaussy widmet der Beschreibung von bewegtem Bild und Dialog ein ganzes Kapitel. »›Warum treten Sie aus der Politik nicht aus? Wäre das nicht ein größeres Mitleid mit den armen Teufeln, mit den Menschen, für die Sie so schreckliche Zeiten heraufkommen sehen?‹ Über Dutschkes meist ernstes Gesicht huscht bei der Antwort auf diese Frage kurz ein leichtes Lächeln. Er wirkt tief entspannt, und es gibt auch mindestens einen sehr persönlichen Grund dafür. Er ist nach Monaten endlich einmal ausgeschlafen. Mit Gretchen hat er gerade zwei Wochen Urlaub auf Sylt verbracht...

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