01.03.2018 / Ausland / Seite 6

Kein Paradigmenwechsel

Die Kommunistische Partei Chinas bereitet die nächste Parlamentssitzung vor. Deutschlands Medien produzieren derweil »alternative Fakten«

Sebastian Carlens

Wenn Chinas Kommunistische Partei tagt, denkt der Westen gern an Mao Zedong zurück. Der 1976 verstorbene Revolutionär, lange Jahre Vorsitzender der KPCh, scheint in hiesigen Redaktionsstuben manchmal präsenter zu sein als in China selbst. Ein Plenum des Zentralkomitees der Regierungspartei, das die Anfang März anstehende Sitzung des Nationalen Volkskongresses vorbereitet, führt dann zu solchen Schlagzeilen: »Xi Jinping ist Chinas neuer Kaiser«. »Zeitlich unbegrenzte Machtfülle wie zuvor nur Staatsgründer Mao Zedong«, so der Tagesspiegel. Bei der Taz installiert sich »Xi Jinping als Herrscher nach Maos Vorbild«. Und das Neue Deutschland findet gar: »Xi überholt Mao«.

Viele Worte, wenig Information – das ist der übliche Klang der deutschen Presse, wenn über Chinas Politik berichtet wird. Sicher, die Sprache ist kompliziert, das Lesen der Dokumente ist nicht einfach, und selbst die – von den Chinesen bereitgestellten – Übersetzungen ins Englische erfordern A...

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