Gegründet 1947 Mittwoch, 13. November 2019, Nr. 264
Die junge Welt wird von 2220 GenossInnen herausgegeben
28.02.2018 / Thema / Seite 12

Ich will meine Akte

»Uneingeweihte Unterquelle« westdeutscher Geheimdienste. Zum Verfahren Hans Modrow gegen die Bundesrepublik Deutschland vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, vormals Reichsgericht

Robert Allertz

Heute beginnt vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig das Verfahren Hans Modrow gegen die Bundesrepublik Deutschland. Im September 1933 fand in diesem Hause, im selben Saal, ein Verfahren statt, in dem es um Brandstiftung und Hochverrat ging. In der Nacht zum 28. Februar 1933, also vor genau 85 Jahren, brannte der Reichstag.

Das Bundesverwaltungsgericht ist nicht das Reichsgericht und die Bundesrepublik Deutschland nicht das Nazireich. Damals ging es um Leben und Tod, heute nur um ein paar Akten. Der Reichstagsbrandprozess von 1933 hat also nichts mit dem heutigen Verfahren zu tun.

Als der Reichstag brannte, war Hans Modrow fünf. Sein Vater war Mitglied der NSDAP. In der Weltwirtschaftskrise hatte er seine kleine Bäckerei verloren, und er hoffte, sie wiederzubekommen, wenn er sich der Nazipartei anschließen würde. Die Ernüchterung kam noch vor den Flugzeugen, die zehn Jahre später das Dorf überflogen. Sie luden ihre Bomben über dem vor dem Krieg vier ...

Artikel-Länge: 16925 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €