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23.02.2018 / Feuilleton / Seite 11

In die Enge getrieben

Selbstorganisation gegen die Klassenmedizin: Der Dokfilm »SPK Komplex« (Forum)

Alexander Reich

Er habe viele Elektroschocks verabreicht, bis ihm aufging, dass diese Behandlungsmethode »drittklassigen« Psychiatriepatienten vorbehalten war, erklärt Wolfgang Huber im Dokumentarfilm »SPK Komplex« mit zittriger Stimme. Ein Tondokument von Anfang der 70er Jahre. SPK steht für Sozialistisches Patientenkollektiv. Huber war Arzt an der Uniklinik in Heidelberg, als dieses Kollektiv dort im Februar 1970 unter seiner Leitung gegründet wurde.

Selbstorganisation im Kampf gegen die Klassenmedizin – beim Staatsschutz gingen die Alarmglocken an. Wäre das zunächst nur 52köpfige Patientenkollektiv mit seinen eher moderaten »Hegel-Arbeitskreisen« weniger erbittert bekämpft worden, hätte es sich niemals so radikalisiert, ist der Tenor des Films.

Im Juli 1972 hatte das SPK um die 500 Mitglieder und wurde – nach der Beschlagnahmung von Waffen und falschen Papieren bei einer Razzia – zur kriminellen Vereinigung erklärt. Huber und andere wurden vor Ablauf des Jahres zu Haf...

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