22.02.2018 / Thema / Seite 12

Mord und Totschlag

Vor 50 Jahren rief der Westberliner Senat in Reaktion auf die Vietnam-Demonstrationen des SDS zu einer »Freiheitskundgebung« auf. Von der Frontstadtpresse aufgehetzte Bürger griffen zur Gewalt – wenig später erfolgte das Attentat auf Rudi Dutschke (Teil 2)

Hannes Heer

Bei der Schöneberger Kundgebung am 21. Februar 1968 kam es zu massiver Gewalt. Die vom Senat mobilisierten und durch die mediale Berichterstattung der vorangegangenen Wochen sowie die von Politikern von SPD und CDU gehaltenen Reden aufgehetzten Demonstranten griffen alle jene an, die ihnen dem Äußeren nach als linke Studenten oder deren Sympathisanten erschienen. Einige Beispiele aus der Presse:

Fall 1, Tagesspiegel vom 28. Februar: »Ein 33jähriger Lehrer, Schweizer Staatsbürger und seit fünf Jahren in Berlin tätig, wollte kurz vor 17 Uhr an der Dominicusstraße eine Menschengruppe fotografieren, die auf einen jungen Mann eindrang. Mit den Rufen ›Der ist aus dem Osten‹ und ›Der fotografiert für den Osten‹ stürzten sich etwa zehn Menschen auf den Lehrer und schlugen auf ihn ein. Der so Bedrängte suchte sein Heil in der Flucht und vertraute sich an der Fritz-El sas-Straße dem Schutz eines Verkehrspolizisten an, wurde aber dort noch von der Menge getreten und...

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