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22.02.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Putsch mit Ansage

Dokumentarfilm von Maria Augusta Ramos entlarvt den Prozess gegen Dilma Rousseff 2016 in Brasilien als Farce

Kai Köhler

Förmliche Verhandlungen, Rededuelle und Papierkrieg. Der Putsch 2016 in Brasilien fand im Saal statt und kam ganz ohne Panzer und sonnenbebrillte Obristen aus. Die rechten Parteien nutzten nach dem Koalitionsbruch der PMDB des damaligen Vizepräsidenten Michel Temer ihre Parlamentsmehrheit, um unter durchschaubar konstruierten Vorwänden die 2014 mit mehr als 54 Millionen Stimmen gewählte Staatschefin Dilma Rousseff von der Arbeiterpartei PT durch ein Amtsenthebungsverfahren loszuwerden. So unterliefen sie das Präsidialsystems und wechselten zu einer Politik, die von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wird. Der Oberste Gerichtshof stand dabei Pate. In ihrem Dokumentarfilm »O processo« (Der Prozess), der am Mittwoch abend auf der Berlinale seine Weltpremiere feierte, hat die preisgekrönte Filmemacherin Maria Augusta Ramos Ausschnitte aus der entscheidenden Phase dieses Verfahrens festgehalten. Die Zeitspanne reicht von der Entscheidung der Abgeordneten ...

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