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24.02.2018 / Geschichte / Seite 15

»Entjudung des Reichsgebiets«

Vor 75 Jahren deportierten die Nazis noch in Deutschland verbliebene jüdische Zwangsarbeiter. In der Berliner Rosenstraße kam es zu Protesten

Knut Mellenthin

Zwischen dem 2. und dem 13. März 1943 kamen mehrere »Transporte« mit jüdischen Männern und Frauen aus Berlin im Konzentrationslager Auschwitz an. Von den rund 10.500 Insassen dieser Züge wurden 7.151 in den folgenden Tagen in den Gaskammern getötet. »Sonderbehandelt« hieß das in der Amtssprache der Mörder. Nur eine Minderheit, 3.356 Menschen, »gelangte zum Arbeitseinsatz«. Auch das war Amtssprache. Die genauen Zahlen variieren, stimmen aber im großen und ganzen überein.

Fast 70 Prozent der jüdischen Menschen aus Berlin, die in der ersten Märzhälfte 1943 im größten faschistischen Vernichtungslager, das zugleich eine bedeutende Fabrikationsstätte der deutschen Kriegsproduktion war, ankamen, wurden ermordet, ohne zur Zwangsarbeit herangezogen zu werden. Damit verbindet sich, neben unvorstellbarem Grauen, eine praktische Frage, die von Historikern bisher nicht überzeugend beantwortet wurde: Der Lagerkomplex Auschwitz hatte zu jener Zeit einen hohen Arbeitskrä...

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