19.02.2018 / Feuilleton / Seite 11

Aktion und Zweck

Ein paar elementare Hoffnungen: »Maki’la« im Forum handelt vom Überleben in den Slums von Kinshasa

Kai Köhler

Die Lage ist schlecht: Maki’la hat Hunger. Nicht ohne Grund leiht ihr sogar die beste Freundin erst nach langem Zureden ein paar Francs. Ihr Freund aber, der Bandenchef Mbingazor, entpuppt sich als Versager. Wenn seine Gang gerade nicht herumlungert, stiehlt sie Kleidung für eine Tanzperformance auf den Straßen von Kinshasa. Anfangs lächeln die Frauen noch über das Treiben der Jungs; man weiß nicht, ob sie den Auftritt so cool finden wie die Tänzer selbst oder ob sie sich ein wenig über die Taugenichtse lustig machen. Bald wird die Sache ernster.

Alleine käme Maki‘la irgendwie über die Runden, und sei es durch Diebstähle und Prostitution. Kaum zwanzig, hat sie doch schon viele Jahre Erfahrung mit dem Überlebenskampf in den Slums. Aber sie macht einen Fehler, den sich Brecht ausgedacht haben könnte: Sie zeigt einmal Mitleid. Mag sein, dass die junge Acha, die neu in der Großstadt und hilflos ist, Maki‘la an ihre erste Zeit auf der Straße erinnert. Jeden...

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