19.02.2018 / Inland / Seite 2

»Ablenkung vom eigenem Fehlverhalten«

Nürnberg: Polizei stellt junge Frau an den Pranger, weil sie eine Weichplastikflasche geworfen haben soll. Gespräch mit Yunus Ziyal

Kristian Stemmler

Die Nürnberger Polizei startete am 11. Januar eine Öffentlichkeitsfahndung, Hintergrund waren Proteste von Berufsschülern Ende Mai 2017 gegen die Abschiebung eines afghanischen Mitschülers. Ging es bei der Fahndung tatsächlich nur um den Wurf einer Weichplastikflasche?

Ja, die Ermittlungsbehörden werteten das als gefährliche Körperverletzung. Gefährlich, weil ein Werkzeug, nämlich die Flasche, zum Einsatz gekommen sein soll.

Wie muss man sich diese Flasche vorstellen?

Ich kenne die Ermittlungsakten nicht – dem Fahndungsaufruf war ein Foto des angeblichen Tatwerkzeugs beigefügt: eine etwa 20 Zentimeter hohe Wasserflasche aus Weichplastik.

… und die hat einen Polizisten verletzt?

Zur Verletzung hieß es, der Beamte sei »verletzt, blieb aber dienstfähig«. Eine Körperverletzung kann grundsätzlich schon bei kleinsten Beeinträchtigungen angenommen werden. Im Zusammenhang mit Demonstrationen erlebe ich häufig, dass es – im Vergleich zu sonstigen Verfahren wegen K...

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