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17.02.2018 / Wochenendbeilage / Seite 6 (Beilage)

Gegnerschaft inter pares

Vom Zyniker, Medienmenschen und Gewaltenthusiasten. Heiner-Müller-Schmähungen in der Literatur nach 1990 (Teil 1)

Bernadette Grubner

Ende März erscheint im ­Verbrecher-Verlag der Sammelband »Material Müller. Das mediale Nachleben Heiner Müllers«. Wir veröffentlichen daraus vorab mit freundlicher Genehmigung des Verlages in zwei Teilen den Beitrag von Bernadette Grubner. (jW)

Am 8. Januar 1986 schrieb Peter Hacks einen Brief an Heiner Müller, in dem er um eine Einverständniserklärung für die Veröffentlichung zweier Gedichte bat, die Müller verunglimpften. Er hoffe, der Geschmähte sei zu einem positiven Statement bereit, wenn ihm »an der Erhaltung der beleidigenden Gattung gelegen« sei. Soweit bekannt, antwortete der Adressat auf die Anfrage nicht. Eine Stellungnahme zur »beleidigenden Gattung« blieb also aus – aber auch eine nachträgliche Beschwerde über die dennoch abgedruckten Gedichte. Ob Müller die Gattung Schmähliteratur am Herzen lag, lässt sich nicht feststellen. Die Forschung hat ihr bislang jedenfalls ausgesprochen wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Obgleich sie kaum je aus der Mo...

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