17.02.2018 / Geschichte / Seite 15

»Kampf dem USA-Terror«

Vor 50 Jahren tagte der Internationale Vietnam-Kongress in Westberlin. Die Linke verstärkte ihre Kampagne gegen den Krieg in Südostasien

Gerhard Hanloser

Am 17. September 1967 trat Max Horkheimer in der Sendereihe »Gedanken zur Zeit« des Süddeutschen Rundfunks auf. Sein Thema: der gegenwärtige Antiamerikanismus. Dieser grassiere »nicht so sehr in den Massenmedien«, sondern in persönlichen Gesprächen, in der Familie, am Stammtisch. Wenn dort von Amerika die Rede ist, so der Frankfurter Soziologe, »pflegen die Negerkrawalle, der Krieg in Vietnam im Mittelpunkt zu stehen«. Und er hielt in professoralem Gestus fest, dass den Deutschen – und besonders der rebellierenden Jugend – das Bewusstsein und die Erkenntnis fehle, »dass von Amerika die europäische Zukunft (…) nicht abzulösen« sei. Das sah ein anderer Vertreter der Kritischen Theorie anders: Im August 1967 hatte Herbert Marcuse im Spiegel erklärt, die Kriegspropaganda in den amerikanischen Medien sei beispiellos, dort werde »fast täglich mit Genugtuung (…) über die ›Killing Rate‹ in Vietnam berichtet«. Er solidarisierte sich auch unumwunden mit der radikal...

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