16.02.2018 / Feminismus / Seite 15

»Wir schweigen nicht länger«

In Peru wurden in den 1990er Jahren mehr als 270.000 Frauen zwangssterilisiert. Überlebende protestieren und fordern Wiedergutmachung

Eleonora Roldán Mendívil

In den letzten Wochen waren die Straßen von Perus Hauptstadt Lima sowie der historischen Hauptstadt Cusco immer wieder Schauplatz von Protesten. Der Auslöser: Am 24. Dezember 2017 wurde der ehemalige Präsident Alberto Fujimori aus »humanitären Gründen« begnadigt. 2009 war er zu 25 Jahren Haft verurteilt worden, da ihm Korruption ebenso wie die Tatsache nachgewiesen werden konnte, dass er Exekutionen Oppositioneller angeordnet hatte. In den anhaltenden Protesten sind alle vereint, die unter Fujimori verfolgt, gedemütigt und in Armut getrieben wurden. Unter denen, die auf die Straße gehen, sind auch viele der mehr als 272.000 Frauen, die zwangssterilisiert wurden. Sie fordern Gerechtigkeit und Wiedergutmachung.

Mitte der 1990er Jahre beschloss die Regierung des südamerikanischen Landes unter Fujimori eine wirtschaftliche »Schocktherapie«. Kredite von der Weltbank waren wie üblich an die Bedingung geknüpft, dass öffentliche Einrichtungen privatisiert und die...

Artikel-Länge: 4183 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe