16.02.2018 / Feuilleton / Seite 11

Da ist er wieder

»Usedom – Der freie Blick aufs Meer«, ein Dokumentarfilm aus der DEFA-Schule in der Sektion »Special«

Grit Lemke

»Der freie Blick aufs Meer« – schon mal ein guter Titel, den Heinz Brinkmann seinem zweiten Usedom-Film voranstellt. Nachdem er 1992 »Ein deutsches Inselleben« erzählte, ist er ein Vierteljahrhundert später auf seine Heimatinsel zurückgekehrt. Um zu sehen, was sie machen, die Insel, das Leben und das Meer.

Mit dem freien Blick ist das so eine Sache. Er zieht die Menschen seit Beginn des 20. Jahrhunderts in Scharen an die Ostsee. Was schon den im Film zitierten Alfred Kerr zu dem Ausspruch veranlasste, in Heringsdorf begegne man den Menschen, vor denen man aus Berlin geflohen sei. Auf alten Postkarten sieht man sie flanieren und posieren, die feinen Damen und Herren, an denen sich nur die äußere Erscheinung geändert hat. Brinkmann interessiert sich auch für sie, aber fragt zugleich in bester Brechtscher Manier, wer den Leuten mit dem Geld die Häuser und das Essen hinstellt, den Fisch brät und die Betten aufschüttelt. Als alter DEFA-Mann weiß er etwas herzu...

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