15.02.2018 / Thema / Seite 12

Gestrandet im Libanon

Seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs ist mehr als eine Million Menschen in den westlichen Nachbarstaat geflohen. Ein Besuch in einem Flüchtlingslager in der Bekaa-Ebene

Freya Fraszczak

Ein Krieg lässt Menschen schnell altern. So kommt es mir vor hier im Libanon, wo ich auf unzählige Geflüchtete treffe, die vor den bewaffneten Auseinandersetzungen in Syrien Schutz suchen. Kinder wirken wie Erwachsene und Erwachsene mittleren Alters wie alte Menschen. Auch Sahra, die mit ihren Zwillingen Saida und Abudi seit kurzem in einem der inoffiziellen Flüchtlingslager in der Bekaa-­Ebene wohnt, schätze ich 15 Jahre älter. Als ich sie zum erstenmal sehe, denke ich, sie sei die Großmutter, aber ich irre mich und werde lachend über die Familienverhältnisse aufgeklärt. An diesem Abend ist es schon spät, und wir werden gastlich im Großfamilienzelt empfangen, wo die Schwester von Sahra und 15 weitere Verwandte gemeinsam Tee trinken und reden. Sie machen große Augen und freuen sich über den Besuch aus Deutschland. Nach einigen Minuten werde ich halb scherzhaft gefragt, ob ich einen syrischen Mann heiraten wolle. Wahrscheinlich einen aus der Familie. Ich l...

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