15.02.2018 / Feuilleton / Seite 11

Der Kanon und die Kamellen

»Weimarer Kino – neu gesehen«: Die Berlinale-Retrospektive

Gebhard Hölzl

Am 9. November 1918 ausgerufen, bestand die Weimarer Republik bis zu Hitlers Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933. Turbulente, bewegte Jahre – auch im Kino. Die deutsche Unterhaltungsindustrie präsentierte sich nach dem Weltkrieg geradezu omnipotent, im Jahr 1919 liefen rund 500 Filme in etwa 3.000 deutschen Lichtspielhäusern an, 350 Millionen Besucher wurden trotz Inflation und Armut gezählt. Kommerzielle Interessen herrschten vor, auf dem Spielplan standen Liebes- und Abenteuerfilme, Komödien und Krimis. Ein Großteil der schnell und effektiv umgesetzten Produktionen war inhaltlich und ästhetisch kaum relevant, doch fehlte es nicht an Werken, die cineastische Maßstäbe setzten, »Metropolis« und »M« von Fritz Lang und Drehbuchautorin Thea von Harbou etwa, Ernst Lubitschs Prestigeprojekt »Madame Dubarry« oder expressionistische Meisterstücke von Paul Wegeners »Golem« über Friedrich W. Murnaus »Nosferatu« bis zu Robert Wienes »Caligari«.

In der Pub...

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