02.02.2018 / Thema / Seite 12

Massaker am Rio Tinto

Vor 130 Jahren streikten in Andalusien Bergarbeiter – gegen die Zerstörung der Umwelt und für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen. Ihr Protest wurde blutig niedergeschlagen

Miguel Ángel Collado und Carmela Negrete

Offiziell war und ist der Felsen von Gibraltar das einzige britisch besetzte Gebiet in Spanien. Im andalusischen Minas de Riotinto und in der Region Huelva jedoch, nördlich von Cádiz und nahe der Grenze zu Portugal, herrschte ab den 1870er Jahren die britische Firma Rio Tinto Company Ltd. (RTCL), als wäre die Gegend ein Protektorat: Die »Compañía« – die Firma, wie die Einheimischen sie nannten – vergab nicht nur willkürlich Arbeit in der Mine von Rio Tinto, sondern verteilte auch Lebensmittel und Konsumgüter für die Bergarbeiter und ihre Familien. Sie war die Hauptvermieterin von Wohnungen, der Trinkwasserlieferant und die Eigentümerin der einzigen Eisenbahn, welche die Dörfer miteinander verband. Die Bevölkerung, meist zugezogene Arbeiter, wurde mit Hilfe einer eigenen Polizei, der »Guardiña«, die sich eng mit der Guardia Civil abstimmte, überwacht und kontrolliert. Diese Einsatzkräfte bewachten auch die Häuser der Briten. Die lebten, abgeschottet von de...

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