01.02.2018 / Ausland / Seite 6

Fakten und Verleumdung

Vorschrift zum Schutz vor falschen Holocaust-Zuschreibungen löst Konflikt zwischen Polen und Israel aus und weckt antisemitische Gespenster

Reinhard Lauterbach, Poznan

In Polen soll künftig mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden, »wer öffentlich und faktenwidrig der Polnischen Nation oder dem Polnischen Staat eine Verantwortung oder Mitverantwortung für die vom deutschen Dritten Reich verübten Naziverbrechen zuschreibt«. So steht es im neuen Artikel 55a des Gesetzes über das Institut für Nationales Gedenken, den der Sejm in Warschau am letzten Freitag beschlossen hat. Die Bestimmung läuft auf den ersten Blick ins Leere. Aber nach Überzeugung der Autoren der Novellierung ist sie dringend erforderlich, um weltweit gegen »Verleumdungen des guten Namens Polens« vorzugehen.

Grundlage ist eine zunächst einmal sprachliche Nachlässigkeit, die vor allem im angelsächsischen Sprachraum gelegentlich vorkommt und sich einmal sogar in eine Rede von US-Präsident Barack Obama eingeschlichen hat. Er erwähnte »Polish death camps« (polnische Todeslager) und musste sich anschließend entschuldigen. Der logische Grund ist, dass die Zuor...

Artikel-Länge: 4246 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe