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06.02.2018 / Feuilleton / Seite 10

Rinderblues

Helmut Höge

Nach dem sogenannten »Zusammenbruch des Sozialismus« wurde die Ausfuhr von Schlachtrindern zu einem Milliardengeschäft. Ich interviewte dazu einen Hamburger Bekannten, der als Rinderpfleger auf Schiffen arbeitete:

»Das Geschäft funktionierte so, dass arabische Einkäufer herumfuhren – zu den Bauern von Süddeutschland bis Schleswig-Holstein und sich die Tiere bei denen aussuchten. Zehn im Allgäu und 30 in Nordfriesland zum Beispiel. Anschließend kam die Spedition Schenker, die zur Bundesbahn gehört. Sie sammelte die Rinder – zunächst mit Lkws – auf den Höfen ein und brachte sie zum Hamburger Hafen. Mitunter transportierte ein Bauer seine Rinder auch selbst zur Verladestation. Die Lkws wurden dort brutto wie netto gewogen. Damit die Differenz, das Gewicht der Rinder, größer wurde, steckten die Verkäufer ihnen vorab auch schon mal einen Schlauch in den Darm und pumpten die Tiere mit Wasser auf – wodurch sie schwerer wurden. Die Anlieferung der Tiere in Hambur...

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