29.01.2018 / Feuilleton / Seite 10

Jeder an seinem Platz

Digital first, Bedenken second: Theresa Hannigs dystopischer Roman »Die Optimierer«

Timo Daum

An Dave Eggers’ Roman »Der Circle« ließ die Kritik hierzulande kaum ein gutes Haar: schlecht geschrieben, vorhersehbar … Trotzdem war es dem Autor gelungen, ausgehend von einer – nun schon wieder überholten – Realität des Jahres 2013, eine nachvollziehbare dystopische Zukunft zu entwickeln. Es nahm die Leser in eine nicht allzuferne Welt mit, in der eine Art Über-Google sein Offenheitsdiktat durchsetzen kann: Privatsphäre ist Diebstahl! Bei der Dystopie kommt es möglicherweise eher darauf an, eine realistisch-extrapolierte Welt kohärent zu skizzieren, als literarisch zu glänzen.

Das versucht auch Theresa Hannig in ihrem Debütroman »Die Optimierer«, für den sie einen Nachwuchspreis ihres Verlags (Bastei Lübbe) erhalten hat. Er spielt im Jahre 2052. Unermüdlich verbessern die Titelhelden sich und ihre Umwelt. Die EU gibt es nicht mehr, dafür eine Bundesrepublik Europa, ein Kerneuropa mit geschlossenen Grenzen. Innerhalb dieser Grenzen hat das neue Wirtschaf...

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