27.01.2018 / Inland / Seite 4

Verzögern, mauern, schweigen

Bundesregierung weigert sich weiter, direkt mit Nachfahren der Opfer des deutschen Völkermordes an Herero und Nama über Reparationen zu verhandeln

Jana Frielinghaus

Bernadus Swartbooi ist ein scharfzüngiger Mann. Deutsche Regierungsbeamte müssten sich warm anziehen, sollte er eines Tages mit am Verhandlungstisch sitzen, wenn es um ein klares Bekenntnis zur Schuld am Völkermord in der früheren Kolonie Deutsch Südwest-Afrika geht. Und um angemessene Entschädigung für die Angehörigen der Volksgruppen der Herero und Nama im heutigen Namibia.

Am Freitag informierten Swartbooi, ehemaliger Vizeminister für Landreform in Namibia und Vertreter der Nama, und Esther Muinjangue, Vorsitzende der Ovaherero Genocide Foundation, in Berlin über den aktuellen Stand im Gerichtsverfahren, das die Nachfahren der Opfer der deutschen Kolonialverbrechen vor einem Jahr in New York angestrengt haben. Beklagte Partei ist die Bundesrepublik Deutschland (jW berichtete). Zur Erinnerung: in den Jahren 1904 bis 1908 wurden rund 80.000 Angehörige der beiden Stämme – und weiterer kleinerer Volksgruppen – von preußischen Militärs direkt ermordet, z...

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