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19.01.2018 / Ausland / Seite 7

Musterknabe will privatisieren

Angolas neuer Präsident hält bei Rot und entmachtet die Familie seines Vorgängers. Ausländische Investoren sind über ihn erfreut

Christian Selz, Kapstadt

Sonderlich große Anstrengungen scheint es João Lourenço nicht gekostet zu haben, sein Image als volksnaher Staatsmann aufzubauen. Im September habe er an einer roten Ampel gehalten, sich im Oktober ordnungsgemäß in der Schlange eines Fast-Food-Restaurants angestellt und nun im Januar auch noch einen öffentlichen Strand besucht, wusste der Finanznachrichtendienst Bloomberg am Donnerstag über den 63jährigen zu berichten, der seit nunmehr gut 100 Tagen Präsident Angolas ist. Im Internet sei er dafür gefeiert worden, klatscht das Portal Beifall. Doch das Schulterklopfen westlicher Medien hat auch substanziellere Gründe: Lourenço, der sich bereits im Wahlkampf als Antikorruptionskämpfer gerierte, krempelt die Eliten seines Vorgängers José Eduardo dos Santos um und macht dabei auch nicht vor dessen Familie halt. Zudem gibt er sich investorenfreundlich und kündigt an, staatliches Tafelsilber verkaufen zu wollen.

Gerade mal anderthalb Monate war Lourenço im Amt, ...

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