Schwarzer Kanal
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18.01.2018 / Ausland / Seite 8

»Lukács gilt nicht nur in Europa als großer Denker«

Das Georg-Lukács-Archiv in Budapest soll aufgelöst werden. Gegen die Schließung regt sich Protest. Gespräch mit Rüdiger Dannemann

Matthias István Köhler

Die Ungarische Akademie der Wissenschaften (MTA) will das Archiv schließen, in dem die Manuskripte und Bücher Georg Lukács’ untergebracht sind. Welche Bedeutung hat der marxistische Philosoph eigentlich in der Tradition der Linken?

Wir können bei Lukács unterschiedliche Wirkungslinien feststellen. Der frühe Lukács der »Die Seele und die Formen« und »Die Theorie des Romans« haben die Richtung um Adorno sehr stark beeinflusst. Dann ist natürlich der Gründungstext des »westlichen Marxismus« zu nennen, das Werk »Geschichte und Klassenbewusstsein«, das ja eine immense Wirkung entfaltet hat.

Nach dem 2. Weltkrieg war Lukács zudem so etwas wie der »Adorno des Ostens«, wie Fritz Raddatz gesagt hat. Er galt als ästhetischer Vordenker im Bereich des realen Sozialismus. Und dann haben wir natürlich noch sein Spätwerk, die »Eigenart des Ästhetischen« und die »Ontologie«, mit dem in den 1960ern eine »Renaissance des Marxismus« versucht wird.

Man hält Lukács aber nicht...

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