06.01.2018 / Ansichten / Seite 8

Mantel des Schweigens

Ermittlungen zum Tod Oury Jallohs

Susan Bonath

Staatlich organisierte Vertuschung – so muss man es wohl nennen, wenn Justiz und Behörden alles Erdenkliche dafür tun, einen Mord nicht aufzuklären. Der Fall Oury Jalloh ist beispielgebend: Da verbrennt ein 36jähriger Afrikaner binnen 20 Minuten bis zur Unkenntlichkeit in einer gefliesten Polizeizelle. Von der feuerfest umhüllten Matratze bleiben nur verkohlte Reste. Doch die Tatortgruppe lässt sie nicht auf Brandbeschleuniger untersuchen. Noch bevor sie eintrifft, steht die These fest: Der Mann habe sich, trotz gefesselter Hände und Füße, selbst angezündet.

Es verschwinden Polizeijournale, Dienstpläne, Matratzenkaufbelege, eine Handfessel, der größte Teil vom Tatortvideo. Polizisten lügen, dass sich die Balken biegen. Das hat sogar der Dessauer Richter Manfred Steinhoff festgestellt. Ohne die Unterstützer der Hinterbliebenen hätte es keine Nebenklage in zwei Prozessen gegeben. Die Verletzungen Jalloh...

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