08.01.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Zurück zu den Wurzeln

Frankreichs Kommunisten wollen Schulterschluss der linken Opposition. In Zukunft ohne Mélenchon

Hansgeorg Hermann, Paris

Mitte September des vergangenen Jahres war es endlich soweit: Pierre Laurent, dem Generalsekretär der Kommunistischen Partei Frankreichs (PCF), platzte der Kragen. Die Zeitung L'Humanité hatte zum alljährlichen großen Fest in La Courneuve vor den Toren von Paris eingeladen, ein traditionelles Treffen der französischen und europäischen Linken. Nicht dabei: Jean-Luc Mélenchon, charismatischer Führer der Bewegung »La France insoumise« (LFI, Widerspenstiges Frankreich), früher Europaabgeordneter, seit der Parlamentswahl am 18. Juni für seine Partei in der Nationalversammlung. Ein von Arroganz geprägter Akt sei das, schimpfte Laurent: »Hier waren alle eingeladen, die für Gerechtigkeit kämpfen, und wir tun das nicht gegeneinander, sondern miteinander.«

Das Fehlen des wortmächtigen Polemikers bei der »Fête de l’Humanité« zeigte einmal mehr eindrucksvoll, wie tief der Riss durch die inzwischen drei Lager der politische Linken des Landes geht. Und wie unversöhn...

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