05.01.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Teheran bleibt selbstbewusst

Das »islamische Establishment« erklärt Protestwelle für beendet und holt zum propagandistischen Gegenschlag aus

Knut Mellenthin

Die einwöchige Protestwelle im Iran scheint im wesentlichen beendet. Der Führer der Revolutionsgarden, Generalmajor Mohammad Ali Dschafari, erklärte am Mittwoch, der »96er Aufruhr« sei »besiegt«. Die Zahl bezieht sich auf das gegenwärtige Jahr 1396 des Persischen Kalenders.

Als »88er Aufruhr« wird manchmal die oppositionelle Grüne Bewegung des Jahres 2009 bezeichnet, an deren Spitze sich bekannte Politiker der sogenannten Reformisten gestellt hatten. Die damaligen Demonstrationen waren durch den Vorwurf ausgelöst worden, das Ergebnis der Präsidentenwahl sei zugunsten des Amtsinhabers Mahmud Ahmadinedschad gefälscht worden. Die hauptsächlich von bürgerlichen Schichten der Hauptstadt getragenen Massenproteste erstreckten sich über ein halbes Jahr. An manchen Abenden zogen mehrere hunderttausend Menschen durch Teheran.

Verglichen damit blieben die Teilnehmerzahlen der Protestwelle, die am Donnerstag voriger Woche in Maschhad, der zweitgrößten Stadt des Iran,...

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