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03.01.2018 / Feuilleton / Seite 11

Wie im Märchen

Leben in der Sperrzone: Isabel Fargo Coles beeindruckendes Romandebüt »Die grüne Grenze« ist die Geschichte einer Entfremdung

Werner Jung

Vielleicht muss es so sein, dass gerade eine gebürtige US-Amerikanerin darüber schreibt, dass es kein Ende der Geschichte gibt. Denn bekanntlich ist in den Vereinigten Staaten lange über die blödsinnige These von Francis Fukuyama diskutiert worden. Und das findet die Erzählerin in Isabel Fargo Coles aufregendem Romandebüt »Die grüne Grenze« gleich zu Beginn ihres Textes überaus »boring«. Gleich hinterher schickt sie eine aufs Jahr 1998 datierte Bemerkung, die der Leser wohl als poetologische Selbstaussage verstehen kann: Sie schreibe anhand einer (zunächst ganz traditionell wirkenden) Familiengeschichte die Geschichte eines Dorfes namens Sorge, das im ehemaligen Grenzgebiet auf DDR-Seite gelegen hat. Und wie? »Von oben herab: wie durchs klare Wasser. Ich selbst bleibe oben, mein Blick taucht.«

Er taucht tief ein und herab in die deutsche Unheilsgeschichte des 20. Jahrhunderts. Cole erzählt auf mehreren Zeitebenen (aber nicht chronologisch) und in untersch...

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