19.12.2017 / Feuilleton / Seite 11

Wattierte Wirklichkeit

»Leere Herzen«, die neue Terrornovelle von Juli Zeh

Anselm Lenz

Britta Söldner betreibt eine Agentur für staatstragende Terroranschläge. Das Geschäft floriert. Die Attentäter findet sie durch einen Algorithmus im Internet. Lebensmüde Typen, die sie zusammen mit einem Assistenten auf Selbstmordanschläge vorbereitet. »Die Brücke hat den Terroranarchismus beendet. Es gibt feste Absprachen und kontrollierte Opferzahlen«, heißt es in »Leere Herzen«, dem neuen Buch von Juli Zeh.

Die Kandidaten durchlaufen eine Reihe von Tests. Wollen sie sich nach den Torturen noch immer das Leben nehmen, sind sie aus Sicht der Agentur bereit, für »die gute Sache« zu sterben: für den Tierschutz, gegen Kohlebagger oder für die Rechte privilegierter Frauen. Britta Söldner verkauft den entsprechenden Nichtregierungsorganisationen diese »Talente«. Bei erfolgreicher Vermittlung sprengen sie sich mit Sprengstoffgürteln in Fußgängerzonen oder bei Regierungsgipfeln in die Luft. Im Anschluss kann die Bevölkerung bei Kranzniederlegungen oder Geden...

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